Mittwoch, 29. Juli 2015

Ich bin umgezogen!

Meinen neuen Blog gibt es unter:

zwoelftermann.com

Solltet ihr die Seite noch nicht erreichen können, einen Moment warten. Die URL wird noch freigeschaltet.

Kevin

Dienstag, 14. Juli 2015

Die Transferperiode: Bäumchen wechsel dich bei den Torhütern

Mit Kevin Trapp, Roman Bürki, Sven Ullreich und Mitchell Langerak haben vier nahmhafte Torhüter der Fußball-Bundesliga ihren Verein gewechselt. Zudem wird über einen Transfer des Dortmunder Urgesteins Roman Weidenfeller spekuliert. Die aktuelle Transferperiode hat sich bei den Torhütern zu einem Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel entwickelt. Eine Analyse.

Roman Bürki
Den Anfang beim Torhüter-Wechselspiel machte Roman Bürki. Der 24-jährige Schweizer kam Mitte Juni vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund. Bürki war erst im vergangenen Jahr von Grashoppers Zürich in die Bundesliga gewechselt, stand bei Absteiger Freiburg in allen 34 Bundesliga-Partien zwischen den Pfosten und machte mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. In Dortmund hat Bürki die Chance, die neue Nummer eins zu werden.

Sven Ulreich
Für rund drei Millionen Euro wechselte Sven Ulreich vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München und tauscht damit seinen Stammplatz gegen die Rolle als Reservist ein. Als Grund gab er an, kein Vertrauen vom Verein mehr gespürt zu haben. Der 26-Jährige nimmt den Platz als Nummer zwei hinter Weltmeister Manuel Neuer ein. Den hatte zuvor Pepe Reina inne, der Spanier wechselte jedoch nach nur einem Jahr in München zurück zum SSC Neapel.

Mitchell Langerak
Ein Kandidat auf den freigewordenen Posten im Stuttgarter Tor ist Mitchell Langerak. Nach dem Transfer von Bürki wechselte der 26-Jährige vom BVB zu den Schwaben. In Dortmund geriet Langerak Ende der vergangenen Saison nach mehreren Patzern in die Kritik, wäre wohl nur Ersatztorhüter gewesen. Doch auch in Stuttgart hat der Australier keine Stammplatzgarantie. Langerak muss mit Przemyslaw Tyton, der vom spanischen Zweitligisten FC Elche verpflichtet wurde, um die Position kämpfen. Bitter für den BVB- Neuzugang: Erst vor kurzem zog er sich im Trainingslager einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu, fällt für vier bis sechs Wochen aus. Die Saisonvorbereitung ist für Langerak mit großer Wahrscheinlichkeit gelaufen.

Kevin Trapp
Der jüngste Torwart-Transfer war der von Kevin Trapp. Vor einer Woche gab der französische Spitzenklub Paris Saint-Germain bekannt, den 25-Jährigen von Eintracht Frankfurt verpflichtet zu haben. Mit seinem Wechsel hinterlässt Trapp bei den Hessen eine große Lücke. 2012 wechselte er vom FC Kaiserslautern nach Frankfurt, absolvierte seitdem 82 Bundesliga-Spiele für die Adler und wurde zum Leistungsträger. Hoffnung auf den Stammplatz im Eintracht-Tor darf sich Neuzugang Heinz Lindner machen. Der Österreicher wechselte Anfang Juli von Austria Wien nach Frankfurt. Trainer-Rückkehrer Armin Veh sagte jedoch, dass er gerne noch einen Torhüter verpflichten würde.

Roman Weidenfeller
Die Zukunft von Roman Weidenfeller ist ungewiss. Nach der Verpflichtung von Bürki war fraglich, ob Borussia Dortmund noch mit dem 34-Jährigen plant. Zwischenzeitlich wurde er als Trapp-Nachfolger gehandelt, sein Gehalt von knapp drei Millionen Euro soll den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt aber zu hoch sein. Zuletzt sagte BVB-Sportvorstand Michael Zorc, dass Weidenfeller, der seit 13 Jahren beim Verein ist, bleiben soll.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Donnerstag, 9. Juli 2015

FC Schalke 04: Frischer Wind und alte Probleme

Platz sechs in der Bundesliga, 13 Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze und die Trennung von Trainer Roberto Di Matteo: Die vergangene Saison lief für Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 alles andere als rund.

Nun ist Andre Breitenreiter da. Der neue Trainer, der vom Absteiger SC Paderborn kommt, soll in Gelsenkirchen für frischen Wind sorgen und die Mannschaft wieder in die Champions League führen. Der Umbruch im Schalker Team wird jedoch von den Problemkindern der vergangenen Monate gebremst. Eine Analyse.

Der Hoffnungsträger

Schon bei seiner ersten Pressekonferenz beim neuen Verein kam Andre Breitenreiter gut an. Dort verkündete er, dass er mit den zuletzt im Angriff eher harmlosen Schalkern wieder verstärkt auf die Offensive setzen möchte. Auch das Pressing soll zukünftig eine größere Rolle spielen. Der 41-Jährige will, dass seine Mannschaft frühzeitig Bälle erobert und schneller in den Angriff übergeht. Diese Pläne kommen bei den Fans gut an.

Zudem nahm sich Breitenreiter bei den bisherigen Trainingseinheiten viel Zeit für die Zuschauer, schrieb fleißig Autogramme und machte Fotos. Dadurch sammelte er viele Sympathiepunkte. Breitenreiter ist das komplette Gegenteil zu seinem Vorgänger Di Matteo, was ihn bei den Schalker-Fans schon jetzt beliebt macht.

Die Neuzugänge

Mit dem U21-Nationalspieler Johannes Geis haben die Schalker ein großes Talent verpflichtet. Der 21-Jährige wurde von den Königsblauen mit einem Vertrag bis 2019 ausgestattet und kam aus Mainz. Auch Borussia Dortmund soll an dem defensiven Mittelfeldspieler interessiert gewesen sein.
Zudem wurde der brasilianische Außenverteidiger Junior Caicara vom bulgarischen Klub Ludogorets Razgrad gekauft. Andre Breitenreiter lobte den 26-Jährigen Neuzugang: „Er ist eine Maschine. Außerdem waren seine Werte bei der Leistungsdiagnostik hervorragend.“
Der 34-jährige Torhüter Michael Gspurning wurde aus der zweiten Mannschaft in den Profikader versetzt.

Die Problemfälle

Probleme machen dagegen weiterhin Kevin-Prince Boateng, Sidney Sam und Felipe Santana. Nachdem Manager Horst Heldt Boateng kurz vor Ende der vergangenen Saison aus der Mannschaft geworfen hatte, war klar, dass sich Spieler und Verein im Sommer trennen werden. Bislang gibt es jedoch keine Interessenten für Boateng. Zuletzt war er bei AC Mailand und Galatasaray Istanbul im Gespräch, sein Manager Edoardo Crnjar sagte aber der Bild: „Ich glaube nicht, dass Kevin bei Milan oder Gala spielen wird.“ Finden die Schalker keinen Abnehmer, müssen sie Boatengs Gehalt in Höhe von fünf Millionen Euro weiter bezahlen, der Vertrag läuft noch bis 2016.
Nachdem Sidney Sam und Felipe Santana ihre Medizinchecks bei Eintracht Frankfurt beziehungsweise dem FC Köln nicht bestanden haben, gibt es keine neuen Interessenten für die Spieler. Zusammen verdienen die beiden knapp sechs Millionen Euro. Ausgaben, die sich die Schalker sparen wollen.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Mittwoch, 27. Mai 2015

FIFA-Korruptionsskandal: Dem Fußball-Fan platzt der Kragen

Mittwoch, 27. Mai 2015, Zürich: In einem Hotel werden mehrere hochrangige FIFA-Funktionäre von Behörden aus der Schweiz festgenommen. Es geht um Korruption, Erpressung, Geldwäsche, Betrug. Das volle Programm eben. Auch ein Strafverfahren gegen die Vergabe der WM 2018 und 2022 in Russland und Katar soll eingeleitet werden. Da schon in der Vergangenheit Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA und deren Präsident Sepp Blatter im Raum standen, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bevor den Funktionären ihr Gebilde um die Ohren fliegt.

Als Fußball-Fan kann man allerdings nur noch mit dem Kopf schütteln. Der Sport, den wir lieben und der uns so viel bedeutet, ist nur noch Spielball für ein paar alte Männer, die eigentlich schon längst in Rente sein müssten, aber noch immer nicht genug vom großen Geld haben. Das Sportliche steht bei der FIFA schon lange nicht im Vordergrund. Stattdessen werden nur noch Möglichkeiten gesucht, wie man aus Events wie der Weltmeisterschaft möglichst viel Geld saugen kann. Anders ist die Vergabe des Turniers an Katar im Jahr 2022 nicht zu erklären. Aber das sind alte Geschichten, die uns Fußball-Fans schon seit Jahren die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Was bei dem aktuellen Fall in der Schweiz für Aufsehen sorgt, ist die pure Ignoranz des Fußball-Weltverbandes. Dazu ein paar nette Tweets:

  • https://twitter.com/Hossaar/status/603497303945646080
  • https://twitter.com/Klein_Tho/status/603497265123168258
Statt Einsicht nur Lügen, Rechtfertigungen und dieselben alten Ausreden, die man schon seit Jahren hört. Wäre die FIFA vernünftig, müssten die Verantwortlichen auf solche Ereignisse reagieren. Sepp Blatter sollte seinen Hut nehmen, gemeinsam mit allen anderen Akteuren, die auch nur annähernd in die Machenschaften des Präsidenten verstrickt waren und sind. Doch dazu wird es nie im Leben kommen. Vielmehr ist es nur ein Wunschdenken vieler Fußball-Fans.

Blatter ist viel zu geldgeil, um jetzt den Hut zu nehmen und die Konsequenz aus diesen Machenschaften zu ziehen. Da die Behörden in der Schweiz nicht gegen Blatter ermitteln, sieht er jetzt zudem noch wie der Saubermann aus. Getreu dem Motto: „Wieso sollte ich nicht weiterhin Präsident bleiben, ich bin ja nicht angeklagt.“

Als Fußball-Enthusiast machen mich diese Vorfälle einfach nur wütend. Oder, um es mit den Worten von Blatters Gegenkandidat zu sagen:



Selbst wenn den ganzen Fans weltweit gerade der Kragen platzt – an den Strukturen innerhalb der FIFA wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Leider. Es ist schlimm genug, dass man ganze Turniere manipulieren kann, immerhin die größten Veranstaltungen im Fußball, und damit quasi ungestraft davon kommt. Warum das so ist, ich kann und will es nicht verstehen. Bleibt nur, auf ein Wunder zu hoffen, dass endlich dafür sorgt, dass in dem Haufen korrupter alter Männer mal endlich aufgeräumt wird. 

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Montag, 13. April 2015

Die Ultras der Eintracht: 20 Minuten unter der Gürtellinie

Das Spiel beim FC Bayern München haben die Frankfurter mit 0:3 verloren. Die besten Frankfurter im Stadion: die Ultras. Als neutraler Zuschauer hätte man den Anhängern der Hessen im Gästeblock eine über 90 Minuten bärenstarke Leistung attestieren können. Wenn da nicht ein paar unschöne Zwischenfälle in den letzten 20 Minuten gewesen wären.

Zuviel des Guten

Schmähgesänge gehören zum Fußball dazu. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", das Lied von den "asozialen Schwaben" und weitere Rufe dieser Kategorie sind bei einem Stadionbesuch fast an der Tagesordnung. In der Regel bleiben die Ultra-Gruppierungen zumeist hart, aber dennoch fair. Nicht so die Frankfurter.

Die Hessen, die bereits in der Abstiegssaison der Eintracht den Platz mit Eisenstangen stürmten, haben nicht umsonst einen eher negativen Ruf in der Fanszene. Von "Uli, heb die Seife auf" bis hin zu "Pflastersteine für die Liga-Schweine" ging das Repertoire der SGE-Ultras in München. Prinzipiell nicht verwerflich, Pöbeleien gegenüber Bayern-Fans in den benachbarten Blocks und harsche Beleidigungen waren jedoch einfach zuviel des Guten.

Nach dem 0:3 ging es bergab

Dabei verlief das Spiel eigentlich sehr ruhig. Bis zum 0:3 feuerten die Eintracht-Ultras ihr Team bärenstark an, gaben nicht auf und legten sich richtig ins Zeug. Selbst mit verhältnismäßig wenig angereisten Fans: so geht guter Auswärts-Support, selbst ohne Megafon, große Fahnen und Doppelhalter.

Nach dem letzten Treffer von Thomas Müller hörten die Frankfurter aber auf, ihre Mannschaft zu unterstützen. Stattdessen wurde nur noch gepöbelt. Ein Auszug aus den eher sinnfreien Gesängen der SGE-Ultras:


  • - "Warum seid ihr Huren so leise?"
  • - "Pflastersteine für die Liga-Schweine"
  • - "Rode Hurensohn"
  • - "Uli, heb die Seife auf"
  • - "Bayern Hurensöhne"


Es fällt auf: Statt anfeuernder Rufe für das eigene Team ging es seitens der Frankfurter nur noch unter die Gürtellinie. Schade, denn damit machten sie sich den guten Eindruck den ersten 70 Minuten kaputt. Wenn man dann noch von anderen Bayern-Fans hört, dass seitens der Eintracht-Ultras kleine Kinder sowie ganze Familie massiv beleidigt wurden, bleibt mein Rat: Lieber die eigene Mannschaft supporten, das kommt einfach besser!

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Davie Selke: Leipzig ist die richtige Entscheidung

Vor knapp zwei Wochen gab Davie Selke seinen Wechsel zu RB Leipzig bekannt. In der nächsten Saison spielt das deutsche Nachwuchstalent in der 2. Bundesliga bei dem Club von Red Bull. Die Meinung der Fans über das Projekt RB Leipzig ist deutschlandweit eher negativ, auch Selke zog sich für seinen Wechsel viel Hass auf sich. Aber auch wenn ich mit dieser Entwicklung alleine sein sollte: Der Schritt Richtung Leipzig war goldrichtig!

Ein Schritt zurück, zwei nach vorne

Natürlich lässt sich eines nicht abstreiten: Der Gang in Liga zwei ist für Selke, der bei Bremen bereits Bundesliga-Luft schnupperte, ein riesiger Schritt zurück. Bei Werder hätte der junge Deutsche wohl auch auf Dauer einen Stammplatz sicher gehabt. Doch die Leipziger sind ambitioniert, wollen definitiv kein weiteres Jahr zweitklassig spielen. Der Aufstieg in die Bundesliga für die Saison 2016/2017 ist wahrscheinlich.

Und dann wird wohl auch ordentlich aufgerüstet. Ein zweistelliger Millionenbetrag für neue Spieler? Fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Selbst als Aufsteiger dürfte RB mit dem Abstieg aus der Bundesliga in zwei Jahren nichts zu tun haben. Und wer glaubt, dass dann nicht weiter aufgerüstet hat, der täuscht sich sowieso. Auf kurz oder lang wird Leipzig eine Mannschaft zusammen haben, die um die Champions League-Plätze spielt - und Selke ist mittendrin.

Auch wenn Bremen sich scheinbar langsam wieder steigert - der internationale Wettbewerb ist für Selke in Leipzig greifbarer als bei Werder. Der Schritt zurück dürfte in naher Zukunft schon fast vergessen sein, denn Leipzig will im Eiltempo die Spitze der Bundesliga angreifen. Und Selke will und wird Teil dieses Projekts sein. 

Das Geld spielte eine Rolle, aber...

Natürlich wird Selke in Leipzig auch mehr Geld verdienen, als er es in Bremen je gekonnt hätte. Natürlich wird das Geld für den 20-Jährigen bei dem Wechsel eine Rolle gespielt haben. Man darf aber auch nicht vergessen: Die sportlichen Perspektiven in Leipzig könnten für einen so jungen und talentierten Spieler kaum besser sein.

Kimmich, Poulsen und Co.: Leipzig setzt auf junge Spieler mit Zukunft. Die Bullen haben eine der besten Jugendakademien in ganz Deutschland und werden auch bei ihrem Aufenthalt in der Bundesliga die Spieler von morgen nicht vernachlässigen. Beste Bedingungen für Selke. Auch er wird in Leipzig bestmöglich gefördert und hat die Chance, sich in einer jungen, dynamischen Mannschaft mit viel Potenzial zu entwickeln. In Bremen hätte er diese Bedingungen nicht vorgefunden.

So kontrovers auch über RB Leipzig diskutiert wird, so sehr dieser Verein auch gegen sämtliche Traditionen dieses wundervollen Sports "verstößt": Den Wechsel eines jungen, deutschen Super-Talents zu diesem aufstrebenden Verein sollte man etwas neutraler sehen. Leipzig wird Selke gut tun, dort kann er den nächsten Schritt seiner Entwicklung gehen. Und Bremen braucht sich auch nicht zu beschweren: Den Transfer-Erlös kann Werder gut gebrauchen. 

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Bayern München gegen Eintracht Frankfurt: Der Stimmungs-Check aus der Allianz-Arena

Fußballerisch hatte die Eintracht aus Frankfurt beim deutschen Rekordmeister klar das Nachsehen gehabt. Die Fans der Hessen gelten jedoch nicht umsonst als mit die besten der ganzen Bundesliga. Das hat sich auch in München gezeigt: 90 Minuten Support waren im Gästeblock auf der Tagesordnung. Doch auch die Stimmung in der Münchner Südkurve konnte sich sehen lassen.

VOR DEM ANPFIFF:

Der Bayern-Block war bereits rund eine Stunde vor dem Anpfiff prall gefüllt. Das neue Konzept mit der Erweiterung der Stehplätze in der Allianz Arena geht voll auf, besonders die Blöcke 112 und 113 sind schon früh belegt. Das erste Mal Gänsehautatmosphäre kommt kurz vor dem Anpfiff auf: Die Südkurve streckt die Schals gen Himmel und singt gemeinsam Tage voller Sonne.

Der Gästeblock füllt sich erst 35 Minuten vor Spielbeginn. Mit einigen Polizisten kommen die Ultras aus Hessen ins Stadion. Schnell werden noch die Banner aufgehängt, dann gibt es noch erste Frankfurt-Rufe. Obwohl im Gästeblock geschätzt nur einige hundert Fans supporten, geben diese Vollgas. Selbst die Pfiffe gegen die Bayern-Spieler wirken verhältnismäßig laut.

DIE ERSTE HALBZEIT:

Vollgas in beiden Blocks - so kann man die Stimmung während der ersten 45 Minuten zwischen den Bayern und Frankfurt am besten beschreiben. Auffallend ist, dass bei den Münchnern von Spiel zu Spiel gefühlt mehr Anhänger aktiv Stimmung machen. Beim Hüpfen und singen sind diesmal auch die beiden Blocks neben 112 und 113 nahezu vollständig eingebunden, dazu hüpfen fast alle in den genannten Blocks mit. Das hört sich nicht nur gut an, sondern sieht auch gut aus. Natürlich gilt der Spruch: besser geht immer. Aber Schickeria und Co. gelingt es, von Spiel zu Spiel mehr Leute zum Mitmachen zu animieren.

Auch der Support der Frankfurter ist bärenstark. Zahlenmäßig klar unterlegen, sind die Gästefans doch relativ laut. Ebenfalls bemerkenswert: Nach dem Treffer zum 1:0 für die Bayern geben die Frankfurter nicht auf, machen direkt weiter und lassen ihr Team nicht im Stich. Das ist wirklich ganz groß. Selbst ohne Megafon, dessen Einsatz für die Gäste in München nicht erlaubt ist, gelingt es dem Capo, relativ viele Gästefans zu animieren. Ebenfalls erwähnenswert: Selbst Fans, die die meiste Zeit nicht mitsingen, klatschen lautstark mit oder pfeifen. Oftmals bekommt man das Gefühl, dass der ganze Gästeblock aktiv ist. Sehr schön!

DIE ZWEITE HALBZEIT: 

Die Frankfurter geben auf dem Platz kurz nach der Pause Gas, ebenso die Fans. Sie peitschen ihr Team zu einem möglichen Ausgleich, hüpfen und schunkeln im Block. Die Tore zum 2:0 und 3:0 bringen die Frankfurter aber von ihrem Weg ab, ihr Team zu supporten. Stattdessen gibt es nur noch Schmähgesänge gegen FC Bayern und DFB, Mittelfinger werden in die benachbarten Blocks gezeigt, Bayern-Fans berichten von unschönen Beleidigungen und Drohungen in den letzten 20 Minuten. Unschön!

Anders sieht es bei den Bayern aus. In der Südkurve ist Feierstimmung, man merkt jedoch, dass manche Fans gerade bei neueren Liedern Probleme haben. Das bekannte "Super Bayern" macht jedoch wieder ein Großteil der Kurve mit, der Sieg der Heimmannschaft wird lautstark gefeiert.

FAZIT: 

Auf dem Platz überzeugten nur die Bayern, auf den Rängen aber beide Ultra-Gruppierungen. Schade nur, dass die Frankfurter gegen Ende der Partie einfach nur die Grenzen des guten Geschmacks überschritten haben. Kleinere Schmähgesänge gehören zum Fußball, wenn Bayern-Fans jedoch davon berichten, dass kleine Kinder beleidigt werden, geht das zu weit.

In der Südkurve war die Stimmung mal wieder gut, aber noch immer ausbaufähig. Gerade die Blocks ganz außen können und müssen noch besser mitmachen. Grundsätzlich bleibt aber der Trend bestehen: Die Stimmung in der Allianz Arena wird immer besser.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Mittwoch, 18. Februar 2015

Mehr Plätze ≠ Mehr Stimmung

Seit kurzem darf der FC Bayern München seine Heimspiele vor 75.000 Zuschauern austragen. Knapp 4000  Menschen mehr passen nun in die Allianz Arena. Vor allem die Südkurve wurde ordentlich aufgestockt, mehr Stehplätze wurden für die Anhänger des deutschen Rekordmeisters bereitgestellt. Doch bedeuten mehr Stehplätze und eine größere Kurve auch eine bessere Stimmung im ganzen Stadion? Diese Frage lässt sich mit einem einfachen nein beantworten. Warum das so ist, lest ihr im Stimmungscheck aus der Allianz Arena vom Spiel Bayern gegen Hamburg.

Anmerkung: Ich verfolgte das Spiel von der Haupttribüne aus und saß ungefähr auf Höhe der Mittellinie. Somit waren die Ultras des HSV links, die des FC Bayern rechts von mir platziert.

Der HSV: Die Fans zeigen Leistung, die Spieler nicht

Schon vor dem Anpfiff legten die Fans der Gäste mit einigen Gesängen los, während man sich in der Südkurve noch zurückhielt. Nach Spielbeginn wussten die HSV-Anhänger zu beeindrucken: lautstarke Gesänge und Anfeuerungsrufe der Hansestädter hallten durch die Allianz Arena. An dieser Stelle muss man auch so ehrlich sein und zugeben: Stellenweise waren die Hamburger gefühlt lauter als die Ultras München. Hätten die Kicker des HSV auf dem Platz eine annähernd gute Leistung gezeigt wie ihre Fans auf den Rängen, sie hätten mit Sicherheit nicht eine solche Klatsche kassiert.

Als die Kicker der Münchner in Fahrt kamen und den Gästen ein Tor nach dem anderen einschenkten, wurde es leider auch im Gästeblock deutlich leiser. Anfeuerungsrufe kamen nur noch sporadisch und unregelmäßige, die Lautstärke vom Spielbeginn erreichten diese auch nicht mehr. Schade! Nach Spielschluss gab es für die Mannschaft des HSV vereinzelt Pfiffe, viele Fans klatschten aber trotz des schlechten Resultats artig Beifall für ihre Mannschaft. Unterstützung bis zur letzten Minute, egal bei welchem Ergebnis - die Ultras des HSV haben eine ordentliche Leistung gezeigt.

Ebenfalls nett: die Sticheleien der Hamburger-Fans in Richtung Südkurve München. Immer wieder stimmten sie ein "Scheiß FC Bayern" an, das auch noch ziemlich laut im Stadion zu hören war. Als die Münchner Nordkurve (!) auf diese Rufe reagierte, kam als Antwort nur ein verhöhnendes "Nicht so laut, nicht so laut". Herrlich! Bei einem solchen Duell wie dem zwischen Bayern und Hamburg gehören (friedliche) Sticheleien zwischen den Fans einfach dazu.

Nur die halbe Südkurve macht mit

 War die Stimmung in der Münchner Südkurve in der Hinrunde gefühlt noch auf dem Weg, besser zu werden, ist das Spiel gegen den HSV als Rückschritt zu werten. Klar, die üblichen Bekannten wie Inferno Bavaria, Alarmstufe Rot und Co. haben wie immer Vollgas gegeben. Dennoch konnte man sehen, dass in der Südkurve eben viele nicht mitsingen und klatschen. Durch die Aufstockung der Stehplätze sieht die Kurve zwar schon auf den ersten Blick deutlich voller aus, ist aber noch immer zu statisch.

Es bleibt das gewohnt Bild: Der untere Teil der Kurve macht mit, der Rest nur selten. An den Seiten, in den Blöcken 111 und 114, ist der Support auch weiterhin deutlich steigerungsfähig. Das führte dazu, dass die Hamburger teilweise gefühlt lauter waren als die Anhänger der Bayern. Nur selten machte mal die gesamte Südkurve bei einem Gesang mit ("Ich geb mein Herz für dich"). Diese Bilder waren dafür sehr beeindruckend: Die Ganze Kurve hüpfte, schrie lautstark. Mehr davon, bitte!

Zudem war beim Spiel gegen den HSV eine gewisse Dynamik in der Nordkurve zu spüren. Diese sang deutlich lauter als sonst mit, versah die Hamburger Fans sogar eigentständig mit verhöhnenden Rufen. Südkuve und Nordkruve vereint sorgten für eine angenehme Atmosphäre. Leider kommt es dazu jedoch zu selten.

Es bleibt festzuhalten: Die Stimmung in der Allianz Arena war sicherlich schon schlechter. Mehr Stehplätze bedeuten aber nicht automatisch eine bessere Stimmung. Wer die gegen Hamburg erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wenn es die Ultras noch schaffen, die Südkurve auf der gesamten Länge besser einzubinden und die Nordkurve häufiger einsetzt, ist das Potenzial für eine bessere Stimmung in der Allianz Arena groß.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Bayern gegen Freiburg: Der Stimmungs-Check aus der Allianz Arena

In der Allianz Arena wird kein Fußball mehr gespielt. Zumindest in diesem Jahr. Das Spiel gegen den SC Freiburg war das letzte Heimspiel des FC Bayern in 2014. Sportlich verlief die Hinrunde der aktuellen Saison sensationell. Unangefochtener Spitzenreiter in der Bundesliga, in DFB-Pokal und Champions League voll auf Kurs. Dazu kommt ein neuer Mitglieder-Rekord und mal wieder sensationelle Umsätze. In München läuft einfach alles nach Plan. Und wie sieht es bei den Fans aus? Der Stimmungs-Check direkt aus der Allianz Arena vom Spiel Bayern München gegen Freiburg.

VOR DEM ANPFIFF:

Die Ruhe vor dem Sturm, quasi. Auf den Rängen blieb es ruhig, weder die Südkurve noch die Gästefans wurden vor dem Anpfiff laut. Was aber auch nicht ungewöhnlich ist, beginnen die Fans ihren Support in der Regel sowieso erst mit Spielbeginn. Als dann wenige Minuten vor dem Spiel die Aufstellungen verlesen werden und die Fans der Heimmannschaft lautstark "Forever Number One" singen, kommt zum ersten Mal Gänsehaut-Atmosphäre auf.

Was aber auffällt: Überraschend viele Plätze in der Allianz Arena sind unbesetzt. Besonders im Gästeblock fehlen viele Fans, im Mittelrang direkt darunter sind ebenfalls zahlreiche Sitze nicht belegt. Wirft man einen Blick durch das Stadion, fallen immer mal wieder einige freie Plätze auf. Wirklich voll wirkt das Stadion nicht. Dennoch wird später verkündet, dass die Allianz Arena mit 71.000 verkauften Karten ausverkauft ist. Woran das liegt - man kann nur Vermutungen anstellen. Auf der A9 vor München gab es beispielsweise ordentlich Stau, fünf Minuten vor Spielbeginn strömten noch etliche Fans ins Stadion. Auch bei der U6, der Linie, die direkt zum Stadion führt, kam es zu Verspätungen. Aber immerhin die Südkurve war - zumindest in den mittleren Blöcken - bestens gefüllt.

WÄHREND DES SPIELS:

Mit dem Anpfiff wurden dann auch die Fans wach, von Anfang an legte die Südkurve los. Zu Beginn machten sogar überraschend viele Fans mit, hüpften gemeinsam und sangen lautstark. Das blieb leider nicht über die kompletten 90 Minuten so. Während anfangs viele Fans aus allen Blöcken der Kurve die Bayern anfeuerten, blieben am Ende eigentlich nur noch die Blöcke 112 und 113 übrig. Wie immer eigentlich.

Die Fans in diesen beiden Blöcken machten ihre Sache aber ausgesprochen gut. Fast über 90 Minuten hinweg wurde gesungen, geklatscht und angefeuert. Lediglich, wenn neue Lieder angestimmt wurden, blieb es im Stadion kurzzeitig ruhig. Sogar bis in die Halbzeitpause hinein sangen die Münchner Fans. Schade: Versuche, das restliche Stadion zum Mitmachen zu animieren, scheiterten. Wie immer eigentlich. Daher wurde "Das ganze Stadion" gefolgt von lauten Klatschern auch nur drei Mal hintereinander gerufen - schließlich machte eh keiner mit. Wie dem auch sei: Die Südkurve gab 90 Minuten Gas und stand wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft. Die Stimmung könnte zwar noch immer ausbaufähig sein, aber man merkt, wie diese immer besser wird.

Ein Kompliment auch an die Freiburger Fans im Gästeblock: Die waren zwar stark in der Unterzahl und der Block war bei weitem nicht voll, dennoch hörte man aber auch die Gästefans ab und an mal singen. Trotz eines aussichtslosen Spiels feuerten sie auch zum Schluss noch ihre Mannschaft an und nutzten Pausen, in denen die Südkurve ruhig war. Für die schwache Manpower im Gästeblock ein ordentlicher Support.

NACH DEM SPIEL:

...gab es in der Arena noch eine Lasershow, außerdem dankten die Bayern-Spielern ihren Fans. Der Freiburger Anhang nutzte das Schweigen im Stadion, um auf sich aufmerksam zu machen und noch einmal ihre Mannschaft zu feiern. Hier griff die Südkurve aber relativ schnell ein und brachte die Gästefans wieder zum Schweigen.

Während der Lasershow wurden Weihnachtslieder gespielt, viele Fans sangen munter mit. Als die Bayern-Spieler vor die Südkurve kam, wurden sie noch einmal besungen. Direkt nach der Show leerte sich das Stadion schlagartig. Auch wenn die Bayern 2:0 gewannen und die Südkurve einen ordentlichen Support lieferte: Bei vielen Fans hatte man doch das Gefühl, dass das Ergebnis nicht ausreichend war. Großartige Jubelstimmung kam nach dem Abpfiff nämlich auch nicht auf.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Sonntag, 19. Oktober 2014

Werder Bremen: Zum Scheitern verdammt

Aaron Hunt: Spielt jetzt in Wolfsburg. Sebastian Mielitz: Aussortiert, aktuell bei Freiburg Ersatztorhüter. Lukas Schmitz: Kickt nun bei Düsseldorf. Die Liste der Spieler, die vor der laufenden Bundesliga-Saison Werder Bremen verlassen haben oder mussten, ist lang. Neben den drei genannten zog es unter anderem auch Aleksandar Ignjovski, Mehmet Ekici und Talent Niclas Füllkrug zu einem anderen Verein. 13 Spieler gab Werder vor der Saison ab, qualitativer Ersatz wurde aber nicht geholt. Im Gegenteil - Thomas Eichin und Co. waren mit ihrer Personalpolitik zum Scheitern verurteilt. 

Blauäugig ins Verderben

An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, was bei der Kaderplanung für die Saison 2014/2015 durch die Köpfe der Werder-Verantwortlichen ging. Sinnvolle Ideen oder gute Konzepte scheinen es jedenfalls nicht gewesen zu sein. Bereits in der letzten Saison spielte Bremen wie ein Absteiger, wurde beispielsweise im Heimspiel gegen die Bayern mit 0:7 zerschossen. Am Ende stand zwar ein auf dem Papier beruhigender zwölfter Platz für Werder zu Buche - im Abstiegskampf steckte das Team von Trainer Robin Dutt dennoch lange.

Das führt zu der Erkenntnis: Der Bremer Kader war in der letzten Saison zu dünn. Ist ja kein Problem, Werder ist nicht abgestiegen und hatte in der Sommerpause genügend Zeit, gute Spieler einzukaufen. Scheinbar fanden Eichin, Dutt und Co. die Idee aber ziemlich gut, den Kader weiter vor die Wand zu fahren. Nochmal zur Erinnerung: 13 Spieler gingen, darunter auch der Leistungsträger Aaron Hunt. Da braucht es natürlich passenden Ersatz.

Also nahm Bremen ordentlich Kohle in die Hand - und holte Fin Bartels vom FC St. Pauli. Ein Spieler aus Liga zwei soll einem akut abstiegsbedrohten Verein also wieder zurück zum Erfolg verhelfen. Genau. Außerdem kamen Abwehrspieler Alejandro Galvez von Vallecano (hey, die wurden letzte Saison immerhin Zwölfter in Spanien!), Torwart und Bankdrücker Ralf Husic vom FC Bayern sowie Stürmer Izet Hajrovic von Galatasaray, der schon ein unglaubliches Tor erzielt hat. Wenn es also darum geht, eine schwache Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg zu rüsten - die Bremer Verantwortlichen sollte man lieber nicht danach fragen, wie das geht.

Nach der sportlichen Talfahrt der letzten Jahre halfen und helfen die Zugänge nicht, Werder aus der Abstiegszone zurück ins Mittelfeld der Liga zu führen. Vergleicht man Zu- und Abgänge, hat der Kader fast sogar eher an Qualität verloren. Thomas Eichin und Co. fanden ihn dennoch ausreichend. Blauäugig und dumm, mit solchen Bedingungen in die Saison zu starten. Klar, Geld ist in Bremen knapp - aber Bremen hat schon im letzten Jahr um den Abstieg gebettelt. Mit dem diesjährigen Kader scheint der Ausflug in Liga zwei noch deutlich wahrscheinlicher.

Robin Dutt: Die ärmste Sau auf dem Platz

Auch, wenn Robin Dutt an der Kaderplanung ebenfalls beteiligt war, er kann einem nur Leid tun. Die fehlenden Euros kann er sich nicht selbst drucken, seine Qualität als Trainer hat er in Freiburg unter Beweis gestellt. Seine Spieler zeigen Woche für Woche blutleere Leistungen, von Kampf, Leidenschaft und Einsatz war nichts zu sehen - vor allem nicht in München. Ihr Gehalt haben sich die Werder-Profis aktuell jedenfalls nicht verdient.

Schade nur, dass im Fußball der Trainer derjenige ist, der die Suppe auslöffeln muss, die ihm seine Spieler eingebrockt haben. Dutt hat nicht das Material zur Verfügung, um eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Hinzu kommt, dass seine Spieler Woche für Woche lustlos über den Platz traben, als hätten sie keinen Bock auf Bundesliga. Im Gegensatz zu Dutt, der sich an der Seitenlinie gefühlt mehr pro 90 Minuten bewegt als seine Feldspieler zusammen. Hilft aber alles nix, denn wenn Werder jetzt nicht eine unglaubliche Serie hinlegt, muss Dutt sein Amt räumen.

Bleibt die Frage: Kann ein anderer Trainer Werder zum Erfolg führen? Nein. Erst scheiterte Werder Urgestein Thomas Schaaf an den neuen Strukturen in Bremen, jetzt wohl auch Dutt. Bremen braucht einen Neuanfang - notfalls eben auch in Liga zwei. Schlechter als die aktuelle Mannschaft können junge Talente schließlich auch nicht spielen.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Der Stimmungs-Check aus der Allianz Arena

Aus sportlicher Sicht hatten die Fans des FC Bayern München am Wochenende nichts zu meckern. Der Tabellenletzte aus Bremen wurde stilecht mit 6:0 weggebügelt, das Team von Trainer Robin Dutt kassierte an der Isar eine ordentliche Tracht Prügel. Bei den Fans herrscht also Friede, Freude, Eierkuchen. Oder? In den letzten Jahren war das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und seinen Ultras zumindest nicht immer bestens. Das ist aber Geschichte. Gegen Werder zeigte sich das Publikum enorm stark. Der Stimmungs-Check direkt aus der Allianz Arena.

VOR DEM ANPFIFF:

Als die Spieler noch im Kabinentrakt verweilten, war auch auf den Rängen des Stadions nichts los. Die Südkurve München bereitete sich auf das Spiel vor, im Gästeblock war ebenfalls Stille. Zum ersten Mal laut wird es, als Stadionsprecher Stephan Lehmann die Aufstellung des Heimteams verkündet. Dabei machte zwar auch in der Vergangenheit die meisten Zuschauer im Stadion mit, in dieser Saison wirkt die Verkündung der Aufstellung aber noch energischer, noch lauter. Gänsehaut-Stimmung für Bayern-Fans. Als die Spieler den Platz betreten, melden sich die Bremer Anhänger zu Wort. Sie halten ein Banner hoch, "Keine Panik auf der Titanic" steht darauf. Kurze Zeit später legt die Südkurve München los. Von den Gästen ist nun nichts mehr zu hören. Die 71.000 Zuschauer auf den Rängen werden wach.

WÄHREND DES SPIELS:

"Super Bayern, super Bayern, hey, hey", schallt es kurz vor dem Schlusspfiff durch die Arena. Gefühlt singen beim Stande von 6:0 für die Münchner aber nicht nur die Fans in der Südkurve mit, viele Zuschauer aus dem ganzen Stadion stimmen mit ein. Für Münchner Verhältnisse ungewohnt - aber für die Stimmung natürlich gut. Auch die Nordkurve singt fleißig mit, klatscht und ruft im Takt zur Südkurve. Nach dem "Auf geht´s ihr Roten" abwechselnd von beiden Kurven durch das Stadion geschmettert wurde, gibt die Süd anerkennenden Applaus. Zurecht, denn heute fruchten die Versuche der Ultras, alle Fans im Stadion mitzureißen.

Auch die Bremer Fans bekommen noch eine Spitze ab: Minutenlang skandieren die Münchner "Wieder alles im Griff" von Jürgen Drews - in Anlehnung an das Transparent der Werder-Ultras kurz vor Spielbeginn. Nachdem Köln das 2:1 gegen Dortmund erzielt hatte, gibt es sogar noch ein ironisch gemeintes "Wer wird Deutscher Meister, BVB Borussia". Spätestens zu diesem Zeitpunkt stellen sich bei jedem Fan im Stadion die Nackenhaare auf. Alles für den FC Bayern - dieses Motto hat die Sürdkurve im Spiel gegen Bremen gelebt. Kurz vor Schluss gab es mit dem Bayern-Walzer auch noch eine kleine Tanzeinlage. Nach dem 6:0 war einfach allen zum Feiern zumute. Davon profitierte die Stimmung in der Allianz Arena. Die war auch im Spiel gegen Bremen konstant gut - wie schon in allen anderen Heimspielen der aktuellen Saison. Die Fans des FC Bayern haben sich im Vergleich zu den Vorjahren enorm gesteigert. Vom "Klatschpappen-Publikum" ist aktuell nichts mehr zu sehen.

NACH DEM SPIEL:

Die Fans feierten ihre Spieler gebührend, die auch eine extra lange Ehrenrunde durch das Stadion drehten. Klar - 6:0 gewinnt man eben nicht jedes Spiel. Nachdem die Spieler wieder in den Katakomben der Allianz Arena verschwunden waren, machten sich auch die Fans auf den Heimweg. Was blieb waren die Eindrücke von der Südkurve München, die sich in dieser Saison in toller Form zeigt und es sogar schafft, mehr und mehr Fans im ganzen Stadion mitzureißen. Die Kritik, in München wäre keine Stimmung, ist veraltet.

Und was war jetzt mit den Zuschauern im Gästeblock? Gerne hätte ich die beeindruckenden Anfeuerungsrufe der Ultras aus Bremen berichtet. Ähnlich wie die Mannschaft auf dem Feld waren auch die Zuschauer in Grün und Weiß blass. Gegen die Südkurve München kamen die Bremer Zuschauer an diesem Tag nicht an.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Sonntag, 21. September 2014

Paderborn: Dieser Aufsteiger macht einfach Spaß

Vor der Saison von vielen als Gurkentruppe abgestempelt, die nach 34 Spieltagen sowieso wieder den Gang in Liga zwei antreten muss, rockt der SC Paderborn aktuell die Bundesliga. Nach vier Spieltagen hat der Aufsteiger acht Punkte auf dem Konto und steht auf Platz eins der Tabelle - ein Meilenstein für den kleinen Club aus Nordrhein-Westfalen. Auch wenn Paderborn diese Platzierung wohl kaum bis zum Ende der Saison halten kann, schon jetzt sammelt das Team von André Breitenreiter wichtige Punkte gegen den Abstieg. Positiver Nebeneffekt: Das Team macht einfach Spaß, spielt guten Fußball und ist eine Bereicherung für die Liga.

Offensiv hui, defensiv hui

In der Bundesliga hat der Aufsteiger noch kein einziges Spiel verloren - wer hätte das gedacht? Schon beim 2:2 am ersten Spieltag gegen den FSV Mainz war Paderborn bärenstark, hätte den Sieg verdient gehabt. Eine Woche später demütigte die Breitenreiter-Elf den Hamburger SV, siegte an der Elbe mit 3:0 und hinterließ nichts als ungläubige Gesichter an der Elbe. Im Duell der beiden Aufsteiger beim 1. FC Köln kam Paderborn nicht über ein 0:0 hinaus, am vierten Spieltag siegte der SC mit 2:0 gegen Hannover. Die Ergebnisse zeigen: Die Mannschaften, gegen die das Team von André Breitenreiter gepunktet hat, waren keine Laufkundschaft. Acht Punkte nach vier Spielen sind für einen Aufsteiger beachtlich, zum Vergleich: Im letzten Jahr verlor Eintracht Braunschweig als Bundesliga-Neuling alle vier Spiele zu Saisonbeginn, hatte ein Torverhältnis von 1:9. Paderborn steht aktuell bei 7:2, offensiv läuft es dank Elias Kachunga gut, hinten steht der SC überraschend sicher, lässt wenig zu. Drei Partien zu null hat aktuell nicht mal der FC Bayern auf dem Konto.

Nur ein Zweitligist konnte Paderborn stoppen

Die blanken Zahlen zeigen also schon, dass die Breitenreiter-Elf einen starken Saisonstart hingelegt und guten Fußball gespielt hat. In den fünf Pflichtspielen der noch jungen Spielzeit musste Paderborn erst eine Niederlage einstecken - ausgerechnet gegen einen Zweitligist. Ende August musste der SC in der ersten Runde des DFB Pokals zu RB Leipzig, verlor dort mit 1:2 und konnte nicht wirklich überzeugen. Diese Niederlage hat die Westfalen aber wachgerüttelt, in jeder Bundesliga-Partie zeigten sie sich deutlich stärker. Auch wenn eine Niederlage gegen einen unterklassigen Gegner immer wehtut, kam sie für Paderborn vielleicht zur rechten Zeit. Keine Doppelbelastung mehr, der Club kann sich voll und ganz auf das Projekt Klassenerhalt konzentrieren. Zudem wirkt die Mannschaft seit diesem Spiel wie ausgewechselt. Gegen Leipzig war Paderborn noch nicht in Form, wirkte platt, ideenlos und ist verdient ausgeschieden. Inzwischen hat Breitenreiter die Mannschaft auf Trab gebracht, der SC wirkt wie ausgewechselt.

Wichtige Punkte für das Ziel Klassenerhalt

So schön es für alle Anhänger des Aufsteigers auch ist, Paderborn nach vier Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz zu sehen: Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass der SC diesen Platz über die volle Saison halten kann. Um nicht zu sagen: Fast unmöglich. Aber die Westfalen wollen auch nicht Meister werden, wollen nicht in die Champions League und auch nicht in die Europa League. Breitenreiter und Co. wollen den Abstieg verhindern, auch im nächsten Jahr erstklassig spielen und sich in der Bundesliga etablieren. In der vergangenen Saison hätten 28 Punkte für einen Nichtabstiegsplatz ausgereicht. Mit acht Zählern nach vier Spielen hätte Paderborn schon mehr als ein Viertel der benötigten Punkte eingefahren, um den Klassenerhalt zu sichern. Selbst eine kleine Schwächeperiode lässt sich durch den starken Saisonstart kompensieren. Kann der SC diese Form auch nur annähernd anhalten und regelmäßig Punkte einfahren, hat der Aufsteiger in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun. Da spielen ein zur Zeit HSV oder VfB deutlich schlechteren Fußball.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Bundesliga: Deshalb kommen die Top-Teams nicht in Fahrt

Die Bayern: Unentschieden. Leverkusen: Niederlage. Dortmund: Niederlage. Schalke: Unentschieden, noch immer kein Sieg. Die Bilanz der Top-Teams der Bundesliga vom vierten Spieltag liest sich grausig. Unter der Woche begeisterten die Mannschaften - Leverkusen mal ausgenommen - noch in der Champions League, im grauen Liga-Alltag konnte sich keines der vier besten Teams der letzten Saison durchsetzen. Statt Bayern, Dortmund und Leverkusen stehen Paderborn, Mainz und Hoffenheim an der Tabellenspitze. Doch woran liegt´s? Gibt es in diesem Jahr einen Machtwechsel in der Bundesliga? Nein, das nicht. Aber die besten Mannschaften der Liga sind noch nicht konstant, noch nicht wieder im Liga-Alltag angekommen. Gefühlt war die Sommerpause für einige zu kurz.

FC Bayern München: Von Woche zu Woche denken

Pep Guardiola, Matthias Sammer und Co. kündigten bereits an, in den ersten Wochen der Saison nur ergebnisorientiert zu spielen. Hauptsache drei Punkte, egal ob man Mainz jetzt mit 7:0 an die Wand spielt oder eben nur ein 1:0 herausholt. Acht Punkte aus vier Spielen sind dürftig, zumal der FCB Punkte gegen Schalke und Hamburg verloren hat - zwei der drei schlechtesten Mannschaften der noch jungen Saison. Da wird man sich an der Isar also besonders ärgern, zumal die Gegner schlagbar gewesen wären. 

Die Gründe für die Formschwäche der Münchner sind plausibel. Unzählige WM-Fahrer, eine vernünftige Vorbereitung war bei den Münchnern kaum möglich. Hinzu kommen die Ausfälle vieler Leistungsträger. Franck Ribéry, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger, Thiago, Holger Badstuber, Javi Martinez - die Liste der Verletzten scheint bei den Bayern kein Ende zu nehmen. Bedenkt man die Tatsache, dass sie mit ihren Stars, die aktuell noch fehlen, noch besser spielen würden, kann man an der Isar mit dem bisherigen Saisonverlauf doch halbwegs zufrieden sein. Da Leverkusen und Dortmund gepatzt haben, stehen die Bayern punktgleich mit Spitzenreiter Paderborn auf Platz vier. Alles noch im grünen Bereich also. In der Champions League konnte das Auftaktspiel auch gewonnen werden - das bringt Ruhe in den Verein. Pep Guardiola wird die Mannschaft von Woche zu Woche weiter formen, die Spieler werden wieder in den gewohnten Rhythmus kommen und sich einspielen. Die Münchner müssen einfach Woche für Woche die maximale Punktausbeute holen - der Zauberfußball kommt dann von ganz alleine.

Borussia Dortmund: Zwischen Genie und Wahnsinn

In der Champions League unter der Woche hätte das Team von Jürgen Klopp Arsenal London locker mit 5:0 nach Hause schicken können. Die Borussen spielten stark, Ciro Immobile erzielte ein wunderschönes Tor, alle Probleme des BVB schienen gelöst. Nach dem Bundesliga-Spiel gegen Mainz sieht es deutlich düsterer aus. Henrikh Mkhitaryan hat sich verletzt und wird für mehrere Wochen ausfallen. Zudem setzte es beim FSV schon die zweite Saisonniederlage im vierten Spiel. Ciro Immobile verschoss nach seinem guten Auftritt in der Königsklasse einen Elfmeter, vergab den zwischenzeitlichen Ausgleich. Zum Vergleich: Die zweite Niederlage setzte es in der letzten Saison erst am zwölften Spieltag.

Auch die Borussia leidet vor allem an den Ausfällen wichtiger Leistungsträger. Marco Reus, Kuba, Mats Hummels, jetzt Mkhitaryan - sie alle fehlen dem Spiel des BVB, waren in der Vergangenheit Erfolgsgaranten. Außerdem macht sich das Fehlen von Robert Lewandowski enorm bemerkbar. Der Pole war mit seinen Toren unglaublich wichtig für Dortmund, in dieser Saison fehlt ein echter Vollstrecker. Vergangene Saison hatte Dortmund nach fünf Spielen 15 Tore auf dem Konto, jetzt sind es nur sechs Tore nach vier Spielen. Auch die Abwehr wirkt alles andere als sicher. Mats Hummels fehlt in der Viererkette an allen Ecken und Enden. Neuzugang Matthias Ginter erlebte gegen Mainz ein unglückliches Spiel, sah beim 1:0 des FSV nicht gut aus und erzielte das 2:0 per Eigentor. Für Dortmund gilt dasselbe wie für die Bayern: Woche für Woche Punkte holen, den Anschluss nicht verlieren und sich weiter einspielen. In der Champions League hat die Klopp-Truppe ja gezeigt, dass sie auch aktuell unheimlich gut Fußball spielen können. Fehlt nur noch die Konstanz, diese Leistungen jedes Wochenende in der Bundesliga abzurufen.

Bayer Leverkusen: Noch lange kein Titelaspirant

Was waren die Kritiker von Bayer Leverkusen zu Saisonbeginn begeistert. In der Champions-League-Qualifikation wurde Kopenhagen regelrecht zerlegt, die Vorbereitung lief sehr gut und am ersten Spieltag spielte Bayer die Borussia aus Dortmund an die Wand. Kicker, Spox, Sportbild - alle waren sich sicher, dass mit Leverkusen in diesem Jahr zu rechnen ist. Die Ansätze, die das Team gezeigt hat, waren gut. Neu-Trainer Roger Schmidt hat jedoch noch viel Arbeit vor sich, die Mannschaft zu formen. Leverkusen ist nämlich noch lange kein Titelanwärter.

Wenn es um die Wurst geht, versagt Bayer. Das war in der Vergangenheit so, das scheint auch in diesem Jahr wieder so zu sein. Was nützen tolle Auftritte gegen Dortmund und Kopenhagen, wenn man - trotz größter Dominanz - Werder Bremen total dominiert und am Ende nur 3:3 spielt? Auch in der Champions League das gleiche Bild. Geht es um was, versagen Leverkusen die Nerven. Gegen Monaco war die Schmidt-Elf zwar besser und hätte gewinnen müssen, verlor aber mit 0:1. Nach den Abgängen von Falcao und Jamez Rodriguez ist Monaco definitiv keine Top-Mannschaft mehr, die Werkself hätte drei Punkte holen müssen. Auch an diesem Spieltag in der Liga war vom Leverkusener Angriffs-Fußball wenig zu sehen. In Wolfsburg setzte es eine 1:4-Schlappe. Und: Der VfL war bisher alles andere als gut in die Saison gestartet, Leverkusen war Favorit. Statt der Tabellenführung bleibt für Bayern 04 mal wieder nur die goldene Ananas. Roger Schmidt braucht noch Zeit, um seiner Mannschaft das Gewinner-Gen einzupflanzen. Momentan ist die Werkself aber noch zu unsicher und kann das Potenzial nicht immer abrufen. Vor allem, wenn es wichtig wird, versagen Kießling und Co. Ein Schelm, wer dabei an Vizekusen denkt.

FC Schalke 04: Die Null steht einfach nicht

Wer hätte das gedacht: Beim FC Chelsea holte der FC Schalke 04 in der Champions League unter der Woche einen Punkt. Ein bärenstarker Julian Draxler, ein treffsicherer Klaas-Jan Huntelaar und ein zufriedener Jens Keller machten die Sensation möglich. Während also auf europäischer Ebene alles gut ist, sieht die Schalker-Welt in der Bundesliga ganz anders aus. Vier Spiele, zwei Punkte, noch kein Sieg - Im nationalen Wettbewerb kommt S04 nicht in Fahrt.

Bisher überzeugte die Mannschaft von Jens Keller lediglich gegen Top-Teams. Gegen die Bayern holte sie zu Hause ein verdientes 1:1, auch der Auftritt bei Chelsea war bärenstark. Hätte man allein diese Spiele der Schalker gesehen, müsste man meinen, sie würden um die Tabellenspitze spielen. Das es nicht so ist, liegt vor allem an der schwachen Defensive. Neun Gegentore in vier Spielen - nur Hertha und Werder haben mehr kassiert. Für eine Spitzenmannschaft ist dieser Wert viel zu schlecht. Allein gegen Mönchengladbach kassierte Ralf Fährmann vier Gegentore, gegen Eintracht Frankfurt schon wieder zwei, wie auch gegen Hannover. In jedem Spiel gegen vermeintlich schwächere Teams hat Schalke mehr Gegentore kassiert als gegen Top-Mannschaften wie Bayern und Chelsea. Da war es jeweils nur ein Gegentor. Trotzdem: S04 hat noch kein Pflichtspiel zu null gespielt. Hier muss Jens Keller ansetzen. Auch muss die Mannschaft disziplinierter auftreten. Zwei rote Karten gegen Frankfurt gehen einfach nicht.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Sonntag, 14. September 2014

FC Bayern: Standortbestimmung Champions League

Die neue Fußball-Saison hat begonnen, drei Partien in der Bundesliga sind gespielt. Der FC Bayern konnte in diesen Spielen sieben Punkte sammeln, steht punktgleich mit Spitzenreiter Leverkusen auf Platz zwei in der Tabelle. Dank vieler verletzter Spieler und dem Einstieg ins Mannschaftstraining der Münchner WM-Fahrer war der Start des deutschen Rekordmeisters in die neue Saison - wie erwartet - etwas holprig. Am Mittwoch trifft der FCB auf den ersten richtig harten Brocken der neuen Spielzeit. Zum Start der Champions League reist Manchester City in die bayrische Landeshauptstadt.

Ausgeglichene Bilanz gegen City

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Münchner Fans nicht allzu optimistisch in die Partie gegen den englischen Meister gehen sollten. In den letzten drei Jahren trafen beide Clubs vier Mal aufeinander, zwei Mal gewann Manchester City, zwei Mal die Bayern. Das letzte Aufeinandertreffen in der Allianz Arena entschieden die Engländer mit 3:2 für sich. In dem Spiel im Dezember letzten Jahres drehten die Citizens eine frühe 2:0-Führung des FCB. Zu dem Zeitpunkt waren die Roten aber bereits für die nächste Runde der Champions League qualifiziert, nahm nach dem 2:0 deutlich Tempo raus und legte den Schongang ein. Am Mittwoch werden die Bayern alles daran setzen wollen, mit einem Sieg in die Champions League zu starten.

Manchester startete mäßig in die Saison

Obwohl die Bayern noch nicht in Form sind und viele Verletzungen verkraften müssen, gibt es eine gute Nachricht für das Team von Trainer Pep Guardiola: Auch Manchester City kommt noch nicht wirklich in Fahrt. Englands Meister startete zwar mit Siegen bei Newcastle und gegen Liverpool stark in die Saison, musste dann aber gegen den klaren Underdog Stoke City vor heimischem Publikum eine bittere 0:1-Niederlage einstecken. Während die Bayern am vergangenen Wochenende mit dem 2:0-Sieg gegen Stuttgart etwas Selbstvertrauen tanken konnten, musste sich City mit einem 2:2 bei Arsenal begnügen. Nach vier Spieltagen steht Manchester also mit sieben Punkten auf Tabellenplatz fünf und hat fünf Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea. Ein optimaler Saisonstart sieht also auch anders aus. Mit zwei sieglosen Spielen in Folge spricht auch die aktuelle Form nicht wirklich für die Citizens. Glück für die Bayern, denn in Bestform wäre Manchester für den deutschen Rekordmeister aktuell kaum schlagbar.

Wen stellt Pep Guardiola auf? Das große Rätselraten

In der Bundesliga spielten die Bayern bislang gegen Wolfsburg, Schalke und Stuttgart. Vom Namen her keine schwachen Gegner, jedoch merkte man auch den Gegnern der Münchner die lange Sommerpause an. Manchester City wird der erste harte Brocken für das Team von Pep Guardiola, die Partie der Champions League dient als erste Standortbestimmung der noch jungen Saison. Der deutsche Rekordmeister geht zwar als Favorit in das Spiel am Mittwoch, jedoch stellt sich noch immer die Frage, wen Guardiola aufstellen wird.

Ein Einsatz von Franck Ribery von Anfang an, der gegen Stuttgart nach seiner Verletzung wieder erste Einsatzminuten sammelte, ist unwahrscheinlich. Auch ein Einsatz des angeschlagenen Arjen Robben ist fraglich. Nach der Verletzung von Holger Badstuber müssen die Bayern wieder mit einer veränderten Abwehrreihe spielen, ob Neuzugang Mehdi Benatia, der noch keine einzige Minute für seinen neuen Club auf dem Platz stand, Badstubers Position einnehmen wird, darf bezweifelt werden. Muss Guardiola also von der Dreierkette abweichen und Lahm und Alaba oder Bernat zurück in die Abwehr beordern? Neben diesen Personalien fallen natürlich auch die Langzeitverletzten Bastian Schweinster, Thiago und Javi Martinez aus. Es bleibt spannend, wen Guardiola gegen Manchester City von Beginn an aufstellen wird. Auch die jungen Spieler wie Gianluca Gaudino dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Fassen wir zusammen: Die Bilanz der Bayern gegen Man City ist ausgeglichen, auch der englische Meister startete alles andere als gut in die neue Spielzeit. Als Nachteil für den FC Bayern könnten sich die vielen Verletzten auswirken, denn auf eine wirklich eingespielte Truppe kannt Pep Guardiola aktuell nicht zurückgreifen. Ein klarer Favorit für die Partie am Mittwoch lässt sich aktuell nicht ausmachen. Für beide Teams würde eine Niederlage zum Beginn der Champions League aber einen Rückschlag zu Saisonbeginn bedeuten.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Donnerstag, 21. August 2014

Der FC Bayern hat immer weniger deutsche Spieler

Toni Kroos ist gegangen, dafür sind Robert Lewandowski, Juan Bernat, Pepe Reina und Sebastian Rohde gekommen. Eventuell wechseln noch Mehdi Benatia und ein Mittelfeldspieler - unter anderem ist Ander Iturraspe im Gespräch - zum FC Bayern München. Betrachtet man noch zusätzlich die Zu- und Abgänge bei den Nachwuchsspielern der Münchner kommt man zu dem Schluss: Der deutsche Rekordmeister wird immer weniger deutsch.

Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Um diese Behauptung statistisch zu belegen, werfen wir einfach mal einen Blick auf den Kader des FC Bayern. Die Seite Weltfußball.de listet jeden Spieler auf, der bei den Roten in der Saison 2013/2014 zum Profikader zählte. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Spieler tatsächlich auf dem Platz standen oder eben nicht. Dabei fällt vor allem auf: Durch die enorme Masse an Nachwuchsspielern fasste der Kader der Münchner während der letzten Saison satte 32 Spieler. Da ist es keine Kunst, den Anteil an deutschen Kickern zu bestimmen. 17 Spieler aus dem Kader des deutschen Rekordmeisters waren in der letzten Saison aus Deutschland beziehungsweise hatten die deutsche Staatsbürgerschaft. Das heißt im Umkehrschluss: 15 Spieler waren Ausländer. Macht einen Anteil an deutschen Spielern von 51,5 Prozent.

Gut, das ist nicht unbedingt viel, andere Clubs setzen viel mehr auf Spieler aus dem Heimatland. Betrachtet man den Bayern-Kader für die Saison 2014/2015, sinkt der Anteil an heimischen Spielern aber weiter. 25 Kicker sind momentan für die 1. Mannschaft der Roten gelistet, 11 davon sind deutsch, 14 sind Ausländer. Ergibt einen Anteil von 44,5 Prozent deutscher Spieler im Kader. Geht man davon aus, dass Mehdi Benatia und eventuell ein Ander Iturraspe noch an die Isar wechseln, sinkt die Zahl auf 40,7 Prozent. Und das klingt dann schon weniger freundlich für einen deutschen Rekordmeister.

Ein Trend für die Zukunft: Mehr Talente aus Deutschland

Der Ausländeranteil innerhalb einer Mannschaft schwankt oftmals stark, klar. Zudem sind die Bayern ja auch noch an deutschen Talenten wie Sinan Kurt dran, Karl-Heinz Rummenigge kündigte zuletzt an, dass die Münchner in Zukunft auch verstärkt die besten Talente aus Deutschland einkaufen möchte. Man kann also davon ausgehen, dass der Anteil an deutschen Fußballern im Kader der Roten schon bald wieder größer ist. Dennoch ist die aktuelle Entwicklung bemerkenswert.

Standen in der letzten Saison oder unter Jupp Heynckes als Bayern-Trainer teilweise bis zu sieben deutsche Spieler in der Startformation des FCB, dürfte dieser Anblick in der aktuellen Saison eher selten sein. Lewandowski, Robben, Ribery, Alaba, Bernat, Dante, Rafinha, eventuell noch Benatia - allesamt Spieler, die größtenteils gesetzt sein dürften, solange sie nicht gerade verletzt sind. Auch das System mit drei Verteidigern, das Pep Guardiola gerade einstudiert, begünstigt diese Tatsache.

Anlass zur Sorge sollte diese Entwicklung aber nicht geben. Zustände wie in England, wo in den Top-Mannschaften des Landes teilweise kein Einheimischer auf dem Platz steht, sind in Deutschland auch auf lange Sicht undenkbar. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass sich der FC Bayern in dieser Saison in Sachen „Deutsch-Quote“ deutlich verschlechtert hat. Für einen deutschen Rekordmeister, der den Anspruch hat, die besten Spieler aus dem eigenen Land bei sich zu haben, sind diese Zahlen eher schwach.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Sonntag, 10. August 2014

Der Supercup: Für Zündstoff ist gesorgt

Zugegeben: Wirklich wichtig ist er nicht, der Supercup. Jahr für Jahr trifft der Deutsche Meister auf den DFB-Pokalsieger - oder, wenn die Bayern mal wieder beide Titel geholt haben, auf den Zweitplatzierten der Bundesliga. Klingt auf dem Papier nach einer spannenden Ausgangslage, in der Realität interessiert der Supercup aber kaum. Die Teams sind am Ende der Vorbereitung angelangt, aber noch lange nicht in Bestform. Die erste Runde des DFB-Pokals sowie der Start in die Bundesliga sind für die Teams einfach wichtiger als der recht bedeutungslose Pokal. Jürgen Klopp brachte es mit einer Aussage in dieser Woche auf den Punkt: "Wer ihn gewinnt, freut sich, wer verliert, der sagt, dass es doch nur der Supercup war." Nach den Wortgefechten zwischen Bayern und Dortmund wird der Supercup jedoch schon in diesem Jahr zum Prestige-Duell, das beide Mannschaften um jeden Preis gewinnen möchten.

Bloß keine Blöße geben

Obwohl sowohl die Bayern als auch Borussia Dortmund dem Supercup keine große Wichtigkeit einräumen: Verlieren wollen beide Teams nicht. Klar, Niederlagen sammelt niemand gerne. Wenn es dann aber gegen den größten nationalen Konkurrenten zur Sache geht, ist eine Pleite schon fast ein Schlag ins Gesicht. Gerade in den letzten Wochen kochten die Emotionen bei den Verantwortlichen des FCB und des BVB wieder hoch. Grund: Nachdem sich Bayerns Karl-Heinz Rummenigge öffentlich über die Zukunft und den Vertrag des Dortmunders Marco Reus spekulierte, gab es Contra aus dem Ruhrpott. Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke forderten Rummenigge auf, "den Mund zu halten". Matthias Sammer, nach dem Abgang von Uli Hoeneß die neue "Abteilung Attacke" des FC Bayern, legte prompt nach: Die Münchner würden sich von niemandem den Mund verbieten lassen. Die neue Saison hat noch nicht einmal begonnen, schon kracht es zwischen den beiden besten deutschen Vereinsmannschaften. Die Rivalität zwischen beiden Clubs wird von Jahr zu Jahr größer. Da will sich niemand die Blöße geben und gegen den Konkurrenten verlieren. Auch nicht im Supercup.

Lewandowski-Wechsel bringt zusätzlich Würze

Das Spiel am Mittwoch wird in Dortmund stattfinden. Interessant, da der frisch zu den Bayern gewechselte Robert Lewandowski noch vor dem Start der Bundesliga-Saison nach Dortmund zurückkehrt. Auch Ex-Borusse Mario Götze kehrt an die alte Wirkungsstätte zurück - die Fans werden die Neu-Münchner wohl nicht allzu herzlich empfangen und für eine aufgeheizte Stimmung sorgen. Das bringt zusätzlich Würze ins Spiel. Generell kann man wohl kaum erwarten, dass es beide Mannschaften auf dem Platz ruhig angehen lassen. Auch wenn der Supercup nicht so wichtig ist wie beispielsweise die Deutsche Meisterschaft - verlieren will in diesem Spiel niemand. Daher wartet bereits vor dem Beginn der Bundesliga ein echter Kracher auf die deutschen Fußball-Fans.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Samstag, 9. August 2014

Beim FC Bayern droht der große Krach

Die neue Saison der Fußball-Bundesliga steht in den Startlöchern. Besonders hoch ist die Erwartungshaltung - natürlich - beim FC Bayern München. In seiner zweiten Saison als Trainer des deutschen Rekordmeisters steht Pep Guardiola besonders unter Druck. Auf der einen Seite werden Titel von ihm erwartet, auf der anderen Seite braucht er in diesem Jahr viel Fingerspitzengefühl. Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld der Bayern ist trotz des Abgangs von Toni Kroos weiterhin riesig. Vor allem für Mario Götze ist es wichtig, öfter zu spielen als in der letzten Saison. Sonst droht der Abgang.

Vom Millionen-Transfer zum Bankdrücker?

Schon die erste Spielzeit im Trikot der Münchner war für Mario Götze alles andere als einfach. Nach einer Verletzung verpasste er den Saisonbeginn, anschließend kam er nur langsam in Fahrt. Götze ließ zwar oft sein riesiges Talent aufblitzen - in den wichtigen Spielen saß er aber immer auf der Bank. Beispiel: Rückspiel im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid. Götze kam erst in der 72. Minute, mehr als ein Kurzeinsatz war nicht drin. Ein Sinnbild für die Saison des 22-Jährigen. Die starken Leistungen aus Dortmunder Zeiten konnte Götze nur sehr selten in München abrufen. Zudem saß er deutlich öfter auf der Bank. Eine ungewohnte Situation für einen Spieler, dem beim BVB Fans, Trainer und Zuschauer zu Füßen lagen, der neben Robert Lewandowski der große Star seiner Mannschaft war. Nicht umsonst sagte Götze während der letzten Saison: "Ich muss lernen, geduldig zu sein. Manchmal ist es aber schwierig mit der Geduld." Für Götze wird es wichtig, deutlich mehr Spielzeit zu bekommen, als noch in der letzten Saison. Kriegt er die nicht, droht nach zwei Jahren schon der Abflug aus München. Pep Guardiola hat eine schwierige Aufgabe vor sich, will er nicht als derjenige gelten, der Mario Götze vergrault hat.

Das Konfliktpotenzial ist groß

Aber es gibt noch weitere Positionen, auf denen es mächtig knallen könnte. Auch hier ist Guardiolas Fingerspitzengefühl gefragt, will er alle Spieler gleichermaßen zufriedenstellen. Je nachdem, mit welchem System der FC Bayern in der neuen Saison spielt, streiten sich mit Thiago, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm gleich drei Spieler um einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld. Auch Javi Martinez kann diese Position spielen, zudem kommt hinzu, dass sich David Alaba Hoffnung macht, nach der Verpflichtung von Juan Bernat und dem Abgang von Kroos ins defensive Mittelfeld vorzurücken. Bereits während der letzten Saison deutete er an, gerne im Mittelfeld spielen zu wollen. Ergibt bis zu fünf Spieler, die sich um maximal zwei Postionen streiten - hier ist Krach vorprogrammiert.

Streit droht ebenfalls mit Thomas Müller. Auch er spielte in der letzten Saison nicht immer, fand sich öfters als gewohnt auf der Bank wieder. Gerade nach seiner bärenstarken WM muss Müller schon fast in der Startformation stehen. Ob Guardiola ihn aber auch immer von Anfang an bringt? Mit Robert Lewandowski, Mario Götze und Arjen Robben gibt es drei weitere Weltklasse-Spieler, die auf den Positionen spielen könnten, auf denen sich Müller wohlfühlt. Auch er wird in der Saison 2014/2015 öfter spielen wollen als noch im letzten Jahr. Sonst wird auch er zunehmend unzufrieden.

Eine Mannschaft voller Weltklasse-Spieler, die sich um elf Plätze in der Startformation beim FC Bayern streiten. Das ist beim Rekordmeister fast schon Standard und nicht unbedingt neu. Gerade nach der letzten Saison droht jedoch viel Ärger. Mario Götze will öfters spielen, auch das Mittelfeld ist noch immer überbesetzt. Schafft es Pep Guardiola nicht, alle Spieler zufriedenstellen, werden einige von ihnen im nächsten Jahr wechseln wollen. Auf den Trainer der Bayern wartet eine anstrengende Saison.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite

Sonntag, 3. August 2014

Bundesliga 2014/2015: Meine Tabelle

An dieser Stelle folgt wie gewohnt kein normaler Text, sondern mal eine Tabelle. Nicht einmal drei Wochen dauert es noch, bis die Bundesliga in die Saison 2014/2015 startet. Werden die Bayern schon wieder durch die Liga marschieren? Können die Dortmunder den Abgang von Robert Lewandowski kompensieren? Und wird der HSV wieder gegen den Abstieg kämpfen?

Ganz beantworten kann ich diese Fragen auch nicht. Aber man kann ja zumindest tippen. Auch wenn der Abgang von Toni Kroos den Bayern wehtun wird und sie die ersten Spiele möglicherweise ein paar Punkte liegen lassen werden - für den Meistertitel reicht´s trotzdem. Von der Konkurrenz hört man nur die gleichen Parolen wie in jedem Jahr. Außerdem hat sich Konkurrent Nummer eins, Borussia Dortmund, nicht wirklich verstärkt. Dass Adrian Ramos und Ciro Immobile Robert Lewandowski ersetzen können, glaube ich nämlich nicht.

Aber lassen wir uns überraschen - in ein paar Monaten sind wir schlauer. Was denkt ihr? Wer wird Deutscher Meister der Saison 2014/2015? Teilt mir eure Tipps in den Kommentaren mit. Wer auch die komplette Saison durchtippen möchte, kann das hier tun: http://www.bundesliga.de/de/fanzone/tabellenrechner/


Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite. 

Samstag, 19. Juli 2014

Bärenstarker Boateng

David Luiz, Thiago Silva oder Sergio Ramos und Co. werden regelmäßig genannt, wenn es darum geht, den besten Innenverteidiger der Welt auszumachen. Doch während die genannten Herren bei der WM in Brasilien einen eher mäßigen Eindruck hinterließen, trumpfte ein anderer ganz groß auf: Jerome Boateng vom FC Bayern München. Obwohl er mitunter als Rechtsverteidiger auflaufen musste - eine Position, die er nicht gerne spielt - lieferte er insgesamt eine souveräne WM ab. Im Finale gegen Argentinien zeigte er sich als sicherer Abräumer und erkämpfte sich Ball um Ball. Trotz dieser starken Leistung: Im Fokus der Medien stehen andere Spieler. Zu Unrecht.

Auch auf rechts eine Bank

Im ersten Spiel der Deutschen gegen Portugal lief Boateng als Rechtsverteidiger auf. Diese Entscheidung dürfte ihm so gar nicht geschmeckt haben, bevorzugt er doch die Rolle in der Innenverteidigung. Dennoch: Von ihm war kein Murren zu hören, er spielte dort, wo Joachim Löw ihn aufstellte. Und er machte seine Sache richtig gut. Der gefürchtete Weltfußballer Cristiano Ronaldo - gegen Jerome Boateng war von ihm nichts zu sehen. Der 25-Jährige nahm den Portugiesen komplett aus dem Spiel, zeigte auch in der Vorwärtsbewegungen Aktionen, die man von ihm gar nicht gewohnt war. Er spielte einfach bärenstark. Nach der Verletzung von Shkodran Mustafi und der Beorderung von Philipp Lahm aus dem defensiven Mittelfeld zurück auf die Position des Rechtsverteidigers durfte Boateng wieder in der Innenverteidigung ran. Und spielte das Turnier stark zu Ende. Besonders seine Leistung im Finale war klasse, ging im Jubel rund um den gewonnenen Weltmeisterschaftstitel aber etwas unter. 13,6 zurückgelegte Kilometer, erfolgreiche Tacklings und Klärungsversuche - in allen Werten, die für die Defensive von Belang sind, lag er weit über dem Durchschnitt des Teams. 

Besser als die Millionen-Einkäufe

Unterm Strich steht also eine ordentliche WM von Jerome Boateng. Besonders interessant ist jedoch der Vergleich mit anderen Verteidigern von Weltklasse-Format. David Luiz zum Beispiel: Er wechselt für ungefähr 60 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain. Doch selbst diese horrenden Ablösesummen sind keine Garantie für Leistung. Luiz spielte im gesamten Turnier 14 Minuten mehr als Boateng, legte jedoch insgesamt sieben Kilometer weniger zurück. Ein Indiz dafür, dass der Deutsche auf dem Platz Vollgas gab. Auch in Sachen angekommene Pässe und zurückeroberte Bälle hat der Brasilianer statistisch das Nachsehen. Vergleicht man noch Luiz´ Teamkollegen Thiago Silva mit Boateng, fällt auf: Der Kapitän der Brasilianer hat noch deutlich schlechtere Defensiv-Werte - zwar auch ein Spiel weniger auf dem Buckel, doch die Differenz bei den für die Defensive wichtigen Werte ist ziemlich groß.

Diese Zahlen zeigen: Geld allein garantiert keine Leistung. Vor der WM noch häufiger für seine Leistungen im Dress des FC Bayern München kritisiert, strafte Boateng alle Kritiker mit seinen guten Leistungen in Brasilien Lügen. Kann er diese Form auch auf die Bundesliga-Saison übertragen, können die Bayern froh sein, David Luiz für den völlig überzogenen Preis von 60 Millionen Euro nicht geholt zu haben. 

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite. 

Freitag, 18. Juli 2014

Alles richtig gemacht, Philipp Lahm!

Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft stellten sich viele Fans die Frage, ob Joachim Löw als Trainer der DFB-Elf weitermacht. Oder ob die WM in Brasilien die letzte von Miroslav Klose war. Doch niemand hatte wirklich auf dem Schirm, dass Kapitän Philipp Lahm seinen Rücktritt ankündigen könnte. Nach zehn Jahren und insgesamt 113 Länderspielen ist für ihn Schluss in der Nationalmannschaft. Der 30-Jährige hat alles richtig gemacht.

Besser geht es nicht

Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft hat Philipp Lahm den wichtigsten Titel eingefahren, der ihm noch gefehlt hat. Weltmeister mit dem Club, Weltmeister mit der Nationalmannschaft, etliche Titel auf Vereinsebene - Lahm hat so ziemlich alles gewonnen, was man als Fußballer gewinnen kann. Klar, die Europameisterschaft in zwei Jahren wäre für ihn kein Problem gewesen. Mit 32 hätte er Deutschland wohl auch als Kapitän bei der EM angeführt. Aber er hat sich lieber dafür entscheiden, auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Nationalspieler abzutreten. Fakt ist: Ein schönerer Abschied ist kaum möglich. Nach zehn Jahren als Spieler und vier Jahren als Kapitän der DFB-Elf hat er sich den Rücktritt verdient. Philipp Lahm geht als er einer der großen Spieler des DFB in die Geschichte ein.

Familie und Verein gehen jetzt vor

Warum er diesen Schritt gewagt hat, dürfte nur er selbst wissen. Und vielleicht seine Frau. Fakt ist aber: Mit seiner Claudia bekam Lahm 2012 Sohn Julian. Die vielen Strapazen und weiten Reisen mit Verein und Nationalmannschaft haben dafür gesorgt, dass er kaum Zeit für sein noch junges Kind hatte. Bislang. Mit dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat der 30-Jährige die Möglichkeit, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Und wer weiß schon, ob die Familienplanung im Hause Lahm mit einem Sohn bereits abgeschlossen ist? Es wirkt, als ob Philipp Lahm langsam aber sicher Richtung Karriereende plant. Da ist es doch nur verständlich, dass er sich auch neben dem Fußball etwas aufbauen möchte. Eine Familie, die für ihn da ist, wenn er mal nicht mehr auf dem Platz steht.

Zudem hat er jetzt die Möglichkeit, noch einmal seine ganze Kraft für den FC Bayern zu investieren. Weniger Spiele pro Kalenderjahr bedeuten ein minimiertes Verletzungsrisiko. Lahm kann also bei Spielen der Münchner Vollgas geben. Während Schweinsteiger, Neuer und Co. dann auf Länderspielreise sind, kann sich der FCB-Kapitän erholen. An der Isar besitzt er noch einen Vertrag bis 2018. Es erscheint durchaus möglich, dass Lahm diesen nicht verlängert und danach seine Karriere komplett beendet. Bis dahin kann er sich jetzt noch auf das konzentrieren, was ihm bisher ziemlich gut gelungen ist: Titel mit dem FC Bayern zu sammeln.

Dir gefallen die Artikel von Kevin Hildebrand? Dann jetzt Fan auf Facebook werden und keine Neuigkeiten mehr verpassen! Kevin Hildebrand - Offizielle Facebookseite.